Parkett schwimmend verlegen – was bedeutet das?

Wenn Sie Ihr Parkett verlegen wollen, gibt es verschiedene Optionen. Dabei ist es unerheblich, ob Sie massives Vollholzparkett oder merhschichtiges Fertigparkett verwenden. Für beide Varianten gilt, dass Sie Ihr Parkett schwimmend verlegen, verschrauben oder verkleben können.

Wie Sie Ihr Parkett verkleben können, erfahren Sie von jedem Parkettleger. Wie Sie Ihr Parkett verschrauben können, erkäre ich Ihnen bei meinen Handwerker Tipps auf meiner Homepage. Hier soll es um das schwimmende Verlegen gehen. Dazu werde ich mich folgenden Themen widmen: 

  1. Was heißt Boden schwimmend verlegen?
    1. Was bedeutet Parkett schwimmend verlegen?
    2. Kann man Massivholzdielen schwimmend verlegen?
  2. Wie wird Parkett schwimmend verlegt? 
    1. Warum Parkett schwimmend verlegen? – Die Vorteile
    2. Gibt es auch Nachteile der schwimmenden Verlegung?
  3. Kann man Parkett auf Fußbodenheizung schwimmend verlegen?
  4. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um Parkett schwimmend zu verlegen?
  5. Wie kann man mögliche Fehler bei der schwimmenden Verlegung vermeiden?
  6. Fazit zum Thema: Parkett schwimmend verlegen

 

Was heißt Boden schwimmend verlegen?

Grundsätzlich bedeutet Boden oder Bodenbelag schwimmend zu verlegen, dass der Boden nicht fest mit dem Untergrund verbunden ist. Das geht beim Estrich los, der mit einer meist isolierenden Zwischenschicht zwischen Betonboden und Wänden verlegt wird. Und das gilt für alle anderen Bodenbeläge, die auf dem Estrich oder jedem anderen Boden lose aufliegen, wie z.B. Laminat, Klickparkett oder Massivholzdielen. Im Gegensatz dazu steht z.B. das verklebte Parkett.

Was bedeutet Parkett schwimmend verlegen?

Wenn Sie Parkett schwimmend verlegen, bedeutet das auch hier, dass das Parkett, egal ob mehrschichtiges Parkett oder massives Parkett, lose auf dem Untergrund aufliegt. Bei mehrschichtigem Fertigparkett werden die Parkett Dielen wie bei Laminat mit Nut und Feder ineinandergesteckt. Bei massivem Parkett werden die Parkett Dielen zusätzlich rückseitig mit Klammern zusammengehalten. 

Bei Neubauten sollte eine Dampfbremse unter die Parkett Dielen gelegt werden, damit die mögliche Restfeuchte nur langsam an das Holz abgegeben wird, sodass die Parkett Diele keinen Schaden nimmt.

Wenn eine Trittschalldämmung gewünscht ist, wird z.B. Rollkork auf die Dampfbremse gelegt. Dieser hat zugleich auch noch eine wärmeisolierende Wirkung.

Schließlich werden die Parkett Dielen darüber gelegt.

Kann man Massivholzdielen schwimmend verlegen?

Ja, mit dem Klammersystem von Massivholzdiele Naturnah können Sie ganz leicht Massivholzdielen schwimmend verlegen. Egal, ob Sie massives Parkett im Wohnzimmer auf Ihre Fußbodenheizung oder im Badezimmer verlegen wollen, schwimmend verlegte Massivholzdielen sind für alle Anforderungen eine gute Wahl.

Wie wird Parkett schwimmend verlegt?

Es gibt einen wichtigen Unterschied, wenn Sie Ihr Parkett schwimmend verlegen wollen. Während beim mehrschichtigen Parkett die Dielen einfach mit Nut und Feder ineinandergeschoben werden, benötigen massive Holzdielen in der Rückseite eine eingefräste Nut, in die spezielle Klammern eingelegt werden, um die massiven Parkett Dielen zusammenzuhalten. Denn die Eigenschaft des Holzes, dass es mit den Jahreszeiten quillt und schwindet, werden beim Mehrschichtparkett durch die unterschiedlichen Lagen unterdrückt. Bei der schwimmenden Verlegung einer Vollholz- oder Massivholzdiele bleiben diese Eigenschaften erhalten und werden durch das Klammersystem berücksichtigt und unterstützt.

 Aus diesem Grund ist es auch wichtig, dass das Massivholz nicht an die Wand anstoßen kann. Das klingt komplizierter als es ist. Tatsächlich ist das schwimmende Parkett Verlegen mit Klammern nicht schwieriger als das Verlegen von Klickparkett oder Laminat. Lediglich das Einlegen der Klammern in die rückseitige Nut verlangt zusätzlichen Zeitaufwand. Die genaue Vorgehensweise erfahren Sie in meiner Verlegeanleitung „Massivholzdielen schwimmend verlegen.“

Bei der Verlegung des Parketts ist es wichtig, dass der Untergrund sehr eben ist (+/- 2 mm auf 1,5 m Verlegelänge). So verhindern Sie Wackeln, Klappern oder Knarren. Bei massivem Parkett muss zusätzlich der Untergrund punktuell druckstabil ist, damit die Klammern sich nicht in den Untergrund drücken können. Wenn Sie also eine wärme- und trittschallisolierende Schicht einbringen wollen, hat sich hier Rollkork sehr gut bewährt. Bei einer Fußbodenheizung legen Sie lediglich eine dünne Wellpappe unter die massiven Parkett Dielen, damit die Klammern nicht auf dem Untergrund knirschen. Die Wellpappe drückt sich so weit zusammen, dass sie die Wärme ungehindert hindurch lässt.

Warum Parkett schwimmend verlegen? – Die Vorteile

Schwimmend verlegtes Parkett (mehrschichtig oder massiv) hat einige Vorteile.

  • Nach meiner Ansicht ist der wichtigste Vorteil, dass kein Kleber benötigt wird. Damit ersparen Sie sich und der Umwelt 1,5 kg Chemie pro Quadratmeter.
  • Schwimmend verlegtes Parkett ist rückbaubar. Das bedeutet nicht nur, dass eine defekte Diele leicht ausgetauscht werden kann. Sondern Sie können bei einem Umzug Ihren Dielenboden einfach mitnehmen.
  • Auch „Laien“ sind in der Lage, schwimmend verlegtes Parkett selbst zu verlegen. Egal, ob es ein mehrschichtiges Klickparkett ist, oder ob Sie sich für Massivholzdielen entscheiden. Beide Varianten lassen sich mit ein bisschen Geschick ohne großen Aufwand selbst schwimmend verlegen.

Wenn Sie Ihre Massivholzdielen schwimmend verlegen wollen, hat das noch weitere Vorteile:

  • Das oben erwähnte Quellen und Schwinden, das nicht durch den Kleber unterdrückt wird, macht Ihren Boden natürlicher. Der massive Parkett Boden „atmet“ mit den Jahreszeiten.
  • Die Fugen sind immer etwas unregelmäßiger und wirken damit echter als ein Boden mit gleichförmigen sterilen Fugen, wie es bei Fertigparkett der Fall ist.
  • Spannungen im Holz, die sich über Nacht aufgebaut haben, lösen sich durch das erste Betreten am Morgen und geben durch ein leises Knistern das Gefühl von Behaglichkeit.

Gibt es auch Nachteile der schwimmenden Verlegung?

Im Netz sind häufig die folgenden Nachteile zu lesen:

  • Die Dielen könnten gegeneinander verrutschen oder sich voneinander lösen. Wenn Sie massives Parkett korrekt mit Klammern verlegen, kann das jedoch nicht passieren, denn die Klammern halten die Massivholzdielen zusammen und sorgen so für einen stabilen Dielenboden.
  • Schwimmend verlegtes Parkett ist im Auftritt so laut wie Laminat. Es kann sein, dass mehrschichtiges Parkett im Auftritt nur etwas leiser ist. Massives Parkett (z.B. mit 20 mm Dicke oder mehr) kann jedoch einiges an Trittschall bereits schlucken. Wer hier ganz sicher sein will, kann eine zusätzliche Trittschallisolierung z. B. aus Rollkork verwenden, die auch noch wärmeisolierende Wirkung hat.
  • Lose verlegtes Holz kann sich leichter verformen und bei Feuchtigkeit z.B. „schüsseln“.
    Bei mehrschichtigem Fertigparkett ist es egal, ob es lose verlegt wird oder verklebt. Bei Feuchtigkeit besteht immer die Gefahr, dass sich die Deckschicht von der darunter liegenden Schicht löst.
    Massivholzdielen brauchen eine Weile, bis Feuchtigkeit sich auf die Form auswirkt. Und wenn die Feuchtigkeit nicht zu lange anhält, nimmt die massive Parkett Diele wieder die alte Form an.
    Bei einem größeren Wasserschaden lässt sich eine schwimmend verlegte Parkett Diele ohne großen Aufwand austauschen. Bei verklebtem Parkett ist ein Austausch einzelner Dielen nicht möglich und eine Reparatur auwändig.
  • Es ist ggf. nötig, den größeren Wandabstand durch eine breitere Fußleiste abzudecken. Hierzu biete ich verschiedene Möglichkeiten in meinem Shop an. Sie können sich zu diesem Thema auch gern von mir beraten lassen.
  • Mit Klammern schwimmend verlegte Parkett Dielen wackeln, quietschen oder klappern. Solche Probleme entstehen, wenn der Untergrund nicht sorgfältig vorbereitet oder die Unterlage nicht punktuell druckfest ist. In beiden Fällen hat dann die Klammer in der Rückseite die Möglichkeit, dem Druck von oben auszuweichen und nicht in in die rückseitig in die Diele eingefräste Nut einzurasten. Der Einsatz von Rollkork oder einer dünnen Wellpappe, die sich bereits beim Verlegen flach drückt, verhindern solche Geräusche.

Kann man Parkett auf Fußbodenheizung schwimmend verlegen?

Fußbodenheizung Parkett schwimmend verlegen – ist das möglich?

Auf jeden Fall. Mein Team verlegt massives Parkett, also Massivholzdielen seit über 25 Jahren schwimmend mit Klammern auf Fußbodenheizung. Es gibt keinen Unterschied zu der schwimmenden Verlegung ohne Fußbodenheizung. Lediglich der Rollkork sollte durch Wellpappe ersetzt werden, damit die Wärme schneller an das Holz gelangt.

Häufig höre ich das Argument, dass die Luft zwischen Heizung und Parkett Diele eine solche Verlegeart ineffizient mache, da zu viel Wärme verloren gehe. In meinen Hinweisen „Massivholzdielen schwimmend auf Fußbodenheizung verlegen“ erkläre ich Ihnen, warum dieses Argument nur bedingt stimmt. Hier diskutiere ich auch, warum das Quellen und Schwinden des Holzes auf einer Fußbodenheizung kein Problem darstellt.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

Um Probleme wie wackeln, klappern oder knirschen zu vermeiden, ist die wichtigste Voraussetzung, dass der Untergrund eben, trocken und sauber ist. Darunter verstehe ich

  • Ebenheit von +/- 2 mm auf 1,5 m Verlegebreite.
  • Bei der schwimmenden Verlegung mit Klammern muss der Boden punktuell druckfest sein, damit die Klammer sich nicht nach unten wegdrücken kann. Hier hat sich Rollkork gut bewährt.
  • Der Untergrund muss ausreichend trocken sein. Der Estrichleger kann über die genauen Werte des von ihm verlegten Estrichs Auskunft geben.
  • Sicherheitshalber sollte eine Dampfbremse verwendet werden, um mögliche Restfeuchte oder aufsteigende Feuchte z.B. aus dem Keller oder über Garagen abzufangen. Im Obergeschoss ist eine Dampfbremse außer bei Neubauten nicht nötig.

Wie kann man mögliche Fehler vermeiden?

Tatsächlich besteht der größte Fehler – egal welchen Belag Sie schwimmend verlegen – darin, den Untergrund nicht ausreichend vorzubereiten. Daher empfehle ich unbedingt, in diesem Bereich sehr genau zu arbeiten und die oben angegebenen Hinweise zu beherzigen. Oder Sie lassen die Arbeit ggf. vom Fachmann durchführen.

Bei der schwimmenden Verlegung von massivem Parkett mit Klammern ist es wichtig, den nötigen Wandabstand nicht zu unterschreiten. Denn wenn das Holz für das Quellen nicht genug Platz hat, wölbt es sich auf. Welche Maße hier eingehalten werden sollten, erfahren Sie in der Verlegeanleitung „Massivholzdielen schwimmend verlegen.“

Fazit 

Zusammenfassend bietet das schwimmende Verlegen von massivem Parkett viele Vorteile, insbesondere in Bezug auf Flexibilität, Kosten und Gesundheit. Im Vergleich zur festen Verklebung ist das schwimmende Verlegen von massiven Parkettdielen einfacher und schneller, da keine chemischen Kleber verwendet werden müssen. Das bedeutet auch, dass der Bodenbelag nach der Verlegung nicht nur sofort betreten, sondern auch bei Bedarf einfach wieder entfernt werden kann. Besonders bei Mietwohnungen ist dies ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Aber auch überall dort, wo Wasser Schaden anrichten kann, wie bei einer Fußbodenheizung, in der Küche oder im Bad, können defekte Dielen leicht getauschte werden.

Bedenken Sie jedoch, dass das schwimmende Verlegen von Parkett auch bestimmte Voraussetzungen erfüllen muss, wie zum Beispiel eine ebene, trockene und saubere Oberfläche und die Verwendung von geeigneten Trittschalldämmungen und Sockelleisten. Wollen Sie auf Nummer sicher gehen und ein langlebiges, perfektes Ergebnis erzielen, so wenden Sie sich gerne an mich. Massivholzdiele-Naturnah unterstützt Sie bei der Planung und Umsetzung Ihres Traumbodens.

 

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