Ein edler Parkettboden ist mehr als nur ein Fußbodenbelag. Er verkörpert Klasse, Ästhetik und Langlebigkeit. Doch wie erhält man diese wunderbare Ausstrahlung des Holzes über viele Jahre? Das Geheimnis liegt in der richtigen Oberfläche des Parketts. In diesem Beitrag tauchen wir tief in das Thema des Schutzes von Holzböden ein und liefern Antworten auf die am häufigsten aufkommenden Fragen:
Was bedeutet Parkett versiegeln?
Parkett versiegeln bedeutet, dass auf die Holzoberfläche ein Lack (meist aus Kunstharz) aufgebracht wird, der wasser- und luftundurchlässig ist, um das Holz vor Feuchtigkeit und Kratzern zu schützen. In der Zwischenzeit wird auch für das Ölen von Holzdielen der Begriff „versiegeln“ verwendet. Allerdings entspricht das nicht dem ursprünglichen Gedanken, da Öl weder Wasser- noch Luftundurchlässig ist. Warum das Parkett Ölen mit dem Parkett Versiegeln gern gleichgesetzt wird, liegt daran, dass das Ölen in den meisten Fällen ausreicht, um das Holz effektiv zu schützen. Ich möchte hier die Unterschiede zwischen herkömmlich versiegeltem Parkett und geöltem Parkett herausarbeiten.
Warum sollte man Parkett versiegeln?
Die herkömmliche Intention beim Versiegeln von Parkett ist, mit einer Lackschicht dem wertvollen Holzfußboden den bestmöglichen Schutz vor Einflüssen von außen wie Wasser oder Beschädigung zu geben. Der Wunsch ist, die Lebensdauer des Parketts zu verlängern. Allerdings ist eine Versiegelung dafür nur sehr bedingt geeignet.
Muss man Parkett unbedingt versiegeln?
Nein. Nach meiner Ansicht ist es in den seltensten Fällen nötig, Parkett mit einem Lack zu versiegeln. Oft hat es sogar Nachteile, dies zu tun. Aber lassen Sie uns am Anfang beginnen.
Wer plant, einen neuen Holzfußboden zu verlegen, sollte sich zunächst darüber Gedanken machen, welchen Holzboden er auswählt und wie er ihn verlegen will.
Wer bereits zu Beginn die richtige Diele für den gewünschten Einsatz wählt, braucht sich über den Schutz nicht mehr so viele Gedanken zu machen.
Schutz vor Feuchtigkeit
In den 50er und 60er Jahren kam der Wunsch auf, dass Holz versiegelt werden sollte, um vor Feuchtigkeit sicher geschützt zu werden. Dafür wurden umwelt- und gesundheitsschädliche Lacke verwendet, weil diese Themen damals noch nicht relevant waren. In der Zwischenzeit müssen erfreulicherweise auch die Versiegelungslacke diesen Anforderungen entsprechen, was dazu führt, dass die Lacke auf Wasserbasis hergestellt werden. Dadurch haben sie ihre Unempfindlichkeit für Feuchtigkeit verloren.
Der richtige Boden braucht nur wenig Schutz vor Feuchtigkeit.
Grundsätzlich gilt, dass ein mit Klammern schwimmend verlegter oder ein verschraubter Holzboden aus Massivholzdielen bei Feuchtigkeit robuster und widerstandsfähiger ist als ein Boden aus Fertigparkett oder verklebten Massivholzdielen. Denn alle Holzböden, bei denen Kleber verwendet wird, sind empfindlich gegen Feuchtigkeit. Dabei ist es egal, ob durch zu viel Feuchtigkeit sich die oberste Schicht des Mehrschichtparketts oder die ganze verklebte Massivholzdiele ablöst. Aufgrund der natürlichen Eigenschaften des Holzes, das bei Feuchtigkeit aufquillt und sich bei Trockenheit wieder zusammenzieht (schwindet), gibt entweder der Kleber oder das Holz auf.
Wer sich für eine mit Klammern schwimmend verlegte oder verschraubte Massivholzdiele entscheidet, vermeidet diesen Effekt. Auch wenn das Holz bei erhöhter Feuchtigkeit aufquillt, kann es bei der Trocknung in seine ursprüngliche Form zurückschrumpfen, ohne dass Schäden entstehen.
Für Feuchträume ist ein Eichenboden die beste Wahl. Denn Eichenholz ist in Bezug auf Feuchtigkeit sehr träge, sodass es für längere Zeit der Feuchtigkeit ausgesetzt werden muss, um aufzuquellen und seine Form zu verändern. Auch wenn die Lärchendiele nicht ganz so träge reagiert wie die Eichendiele, lässt auch sie sich ohne Probleme in Feuchträumen einsetzen.
Schutz vor Abnutzung
Leider gilt auch für die Abnutzung, dass eine Versiegelung von heute der Abnutzung ohne die entsprechende Pflege nicht standhält. So muss auch eine Versiegelung regelmäßig mit geeigneten Pflegemitteln behandelt werden, um Mikroverletzungen der Lackschicht wieder zu verschließen.
Wird der Parkettboden nicht regelmäßig auf diese Weise gepflegt, kann in die Mikroverletzungen Schmutz oder/und (Wisch-)wasser in das Parkett eindringen. Wodurch der Parkettboden unansehnliche Punkte bekommt, die aussehen, als wäre der Boden verschmutzt. Durch z.B. regelmäßiges Wischen wird immer wieder neues Wasser eingebracht, sodass sich auf Dauer die Mikroverletzung vergrößert. Es entstehen Risse im Lack, die deutlich zu sehen sind und sich immer weiter vergrößern, bis ggf. große schadhafte Bereiche entstehen. Der gleiche Effekt stellt sich ein, wenn nicht ausreichend geschützter Lack mechanisch stark belastet wird, z.B. im Eingangsbereich eines Flurs.
Auch in Bezug auf die Beanspruchung ist es daher sinnvoller die passende Holzsorte für den gewünschten den Einsatz zu wählen als eine Versiegelung. Denn je weicher das Holz ist, desto schneller treten die unerwünschten Effekte bei der Verwendung von Lack auf. Während der Lack früher dick und hart war, ist es heute eher eine dünnere Schicht, die bei starker Belastung auf weicherem Holz schneller bricht.
In Wohnzimmer, Flur oder anderen Räumen, in denen der Boden stark beansprucht wird, eignet sich Eiche oder ein anderes Hartholz am besten. Bei Lärchendielen lässt sich durch z.B. bürsten und/oder laugen eine Oberfläche erstellen, die nahe an die Widerstandsfähigkeit von einem Eichenboden herankommt. Solche Böden brauchen wenig Schutz vor Abnutzung, da ihre Oberfläche von Natur aus widerstandsfähig ist.
Selbst wenn es sich um eine empfindlichere Holzart handelt, lässt sich eine schöne Optik der Oberfläche durch Ölen leichter erhalten als bei einem Versiegelungslack, da das Öl jederzeit ohne großen Aufwand auch parziell aufgefrischt werden kann.
Schließlich unterstützt die Sortierung den optischen Eindruck. Eine rustikalere Sortierung „versteckt“ Kratzer und Schmutz, sodass Beschädigungen nicht als störend wahrgenommen werden. Ein Kratzer im Lack fällt immer auf, spätestens dann, wenn sich durch das Wischen die unerwünschten „Schmutzwassereffekte“ ergeben. Dann wird der Kratzer sogar noch hervorgehoben.
Ein Holzboden, der weder mit Feuchtigkeit noch mit Schmutz in Kontakt kommt, braucht keinen besonderen Schutz oder Härte.
Welche Alternativen gibt es zum Parkett versiegeln?
Die zwei bevorzugten Alternativen zum Parkett versiegeln sind ölen und seifen. Entgegen der landläufigen Meinung ist es einfacher einen geölten oder geseiften Boden schön zu erhalten als einen versiegelten Boden.
Ein geölter Holzboden hat eine matt glänzende Oberfläche, während ein geseifter Holzboden aussieht wie rohes Holz. Beide Varianten schützen den Holzboden, indem Öl in das Holz eindringt und es dadurch schmutz- und wasserabweisend macht. Das Auftragen und der Erhalt des Schutzes sind denkbar einfach. Die natürlichen Eigenschaften des Holzes bleiben erhalten.
Bei der Versiegelung können unerwünschte Effekte auftreten, weshalb es sinnvoll ist, eine Versiegelung durch Fachleute auftragen zu lassen. Für das Ölen oder Seifen eines Holzbodens sind keine Fachkenntnisse nötig.
Parkett ölen
Das Öl wird zweimal aufgetragen und bietet dann jahrelang Schutz. Es sollte nur darauf geachtet werden, dass der Holzboden grundsätzlich mit einer rückfettenden Öl- oder Holzbodenseife gewischt wird. Denn durch das Wischen wird immer etwas Öl aus dem Holz herausgewaschen. Ein Holzboden, der nicht mit anhaftendem Schmutz belastet ist, braucht nur mit Staubsauger oder Besen gepflegt zu werden. Je nach Nutzungs- und Wischverhalten sollte der Boden alle 3 bis 10 Jahre nachgeölt werden, damit das Holz immer ausreichend mit Öl gesättigt ist. Wer diese einfachen Regeln beherzigt, kann das Abschleifen eines solchen Bodens viele Jahre hinauszögern.
Parkett seifen
Ein geseifter Holzboden lässt sich ebenso leicht erstellen und noch leichter erhalten. Er muss zu Beginn 3 bis 5mal mit Ölseifenlauge gewischt werden. Danach wird er wie der geölte Boden durch das regelmäßige Wischen mit rückfettender Ölseife „aufgefrischt“. Wird der Ölgehalt im Holz zu gering, muss lediglich ein Wischvorgang mit einer höheren Seifenkonzentration durchgeführt werden.
Renovierung von Parkett
Woran erkannt man, ob das Parkett renoviert werden muss? Der einfachste Hinweis ist, dass der Parkettboden trotz Reinigung nicht mehr „sauber wird“.
Versiegeltes Parkett
Wenn die Versiegelung schadhaft geworden ist, wird es Zeit, den Boden zu renovieren. Denn ansonsten kann sich Schmutz und Feuchtigkeit unter der Versiegelung ansammeln und das Holz schädigen. Eine schadhafte Versiegelung zeigt sich gern durch unansehnliche dunkle Punkte und Striche, die wie ein verschmutzter Boden aussehen. Hierbei handelt es sich um z.T. winzige Beschädigungen, durch die beim Wischen (Schmutz-)wasser an das Holz gelangt ist. Da das Wasser nicht rückstandslos abtrocknen kann, verfärbt sich das Holz auf Dauer und lässt den Boden trotz Wischens schmutzig aussehen.
Besonders bei weicherem Holz in stark beanspruchten Räumen tritt dieser Effekt schneller auf. Leider lassen sich solche schadhaften Stellen nicht parziell ausbessern, sodass immer der gesamte Boden abgeschliffen werden muss.
Geöltes oder geseiftes Parkett
Wenn der Boden nicht mehr ausreichend mit Öl gesättigt ist, können bei einem geölten oder geseiften Holzboden stark frequentierte Bereiche auf Dauer auch „vergrauen“. Meist sehen diese Bereiche jedoch nicht so unschön aus, wie eine defekte Versiegelung. Zudem ist bereits vorher zu sehen ist, dass ein neuer Ölaufrag sinnvoll ist. Denn eine Oberfläche, die zu wenig Ölsättigung hat, wirkt matter, und Wasser dringt direkt in das Holz ein. Bei einem geseiften Boden kann man einfach routinemäßig hin und wieder den Seifenanteil im Wischwasser erhöhen. Wenn also regelmäßig nachgeölt wird, entstehen solche Stellen gar nicht erst oder zumindest deutlich langsamer. Sollte das Nachölen versäumt worden sein, kann es oft bereits ausreichen, diese Stellen mit einem Intensivreiniger zu behandeln und anschließend neu zu ölen oder seifen. Wenn das nicht genügt, können sie auch parziell abgeschliffen werden.
Wenn Sie Ihren Parkettboden vom Fachmann abschleifen und renovieren (ölen/seifen) lassen wollen, sprechen Sie mich an.
Parkett schleifen
Das Abschleifen sollten Sie erfahrenen Fachleuten überlassen, da es nicht ganz so einfach ist, eine gute Oberfläche zu erreichen. Wer hier hofft, den einen oder anderen Euro durch Eigenarbeit zu sparen, zahlt ggf. am Ende mehr, denn
- bei versiegeltem Parkett ist es wichtig, alle Rückstände der alten Versiegelung zu beseitigen. Wenn hier nicht sauber gearbeitet wird, fallen die „alten Stellen“ später deutlich ins Auge.
- es können leicht Unebenheiten entstehen, die erst nach Erstellung der neuen Oberfläche auffallen.
- Gerade bei mehrschichtigem Fertigparkett ist die Nutzschicht dünn und kann leicht durchgeschliffen werden.
Je dünner die Nutzschicht ist, desto besser muss die Ausstattung (Schleifmaschine) sein, und desto vorteilhafter ist es, bereits Erfahrungen gemacht zu haben.
Beim Abschleifen von Fertigparkett mit 3,6 mm Nutzschicht ist von Anfang an ein gleichmäßiges Arbeiten erforderlich. Kleine Arbeitsfehler wie kurzes Stehenbleiben mit der Parkettschleifmaschine ohne rechtzeitiges Anheben der Schleifwalze führt sofort zu einer mehr oder weniger tiefen Kuhle. Material, das einmal weggeschliffen ist, kann nicht wieder draufgezaubert werden. Das bedeutet, dass beim zweiten Abschleifen bereits die restliche Nutzschicht durchgeschliffen wird.

Beim Abschleifen von Dielen mit roter Farbe oder von massiven Dielen sind solche Arbeitsfehler nicht ganz so schlimm, da man mehr Nutzschicht hat. Sichtbar sind sie trotzdem.
Um gute Ergebnisse zu erzielen, benötigt man
- eine Schleifmaschine, die zentrisch läuft,
- saubere Fahrräder, auf denen die Maschine rollt,
- eine nicht hakende Hebe- und Senkmechanik,
- das richtige Schleifpapier (richtige Körnung) und
- das Wissen für den jeweils richtigen Schleifansatz. (Diagonal oder parallel zum Holz)
Die laienhaften Schleifergebnisse sind an folgenden Fehlermerkmalen zu erkennen:
- Kuhlen, meistens mittig im Raum oder am Rand
- Rauhe Stellen
- Verkratzte Bereiche
- Durchscheinende Flecken

Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, erstelle ich Ihnen gern ein Angebot zum Abschleifen Ihres Parkettbodens. Nehmen Sie einfach Kontakt zu mir auf.
Versiegeltes Parkett
Vorteile
Nach meiner Ansicht haben die heutigen Versiegelungslacke keinen Vorteil gegenüber dem Ölen oder Verseifen des Holzbodens. Wer seinen versiegelten Boden nicht regelmäßig mit entsprechenden Pflegemitteln behandelt, hat sogar gravierende Nachteile.
Nachteile
- Eine Versiegelung sollte immer von Fachleuten durchgeführt werden
- Künstliche Oberfläche
- Haptik und Optik von Kunststoff
- Nicht so hygienisch wie Holz
- Für Feuchträume nur bei regelmäßiger Pflege der Versiegelung geeignet.
- Kratzer in der Versiegelung fallen deutlich ins Auge und lassen sich nicht parziell ausbessern. Je nach Nutzung des Bodens wird eine Renovierung über Kurz oder Lang unumgänglich.
- Es muss immer der komplette Boden abgeschliffen werden.
Geöltes oder geseiftes Parkett
Vorteile
- Oberfläche lässt sich leicht erstellen
- Natürliche Haptik und Optik bleiben erhalten
- Natürliche antibakterielle Eigenschaften des Holzes bleiben erhalten
- Einfache Pflege und Auffrischung des Bodens
- Kratzer und Verschmutzung lassen sich parziell ausbessern und reinigen
- Auch tiefere Kratzer fallen nicht besonders auf
- Eine „vernachlässigte“ Oberfläche kann meist relativ leicht wieder aufgefrischt werden. Oft ist dann keine Renovierung nötig.
Nachteile
- Für Feuchträume nur geeignet, wenn der Boden aus Massivholzdielen besteht, die nicht verklebt – also verschraubt oder mit Klammern schwimmend verlegt – sind.
- Wenn das Holz nicht ausreichend mit Öl gesättigt ist, kann der Holzboden ggf. durch Wasser (Wasserränder) oder Schmutz (Flecken) beschädigt werden. Diese Stellen sind dann parziell zu reinigen oder abzuschleifen.
Fazit
Parkett versiegeln ist dann geeignet, wenn die Versiegelung bestenfalls auf hartem Holz eingesetzt und regelmäßig gepflegt wird. Allerdings hat sie dann keine Vorteile gegenüber dem Ölen oder Verseifen.
Wer lange Freude an seinem Parkettboden haben will, sollte eher auf die Holzart, die Sortierung und die Verarbeitung achten.
Harte Hölzer halten den meisten Belastungen von sich aus stand. In Verbindung mit einer guten rückfettenden Holzboden- oder Ölseife z.B. von Faxe, behält Ihr Parkettboden lange Zeit seine natürliche edle Ausstrahlung. Je rustikaler die Sortierung, desto besser versteckt sie Schmutz und Beschädigungen wie Kratzer. Massivholzdielen sind robuster als Fertigparkett, für jeden Einsatz (auch in Küche und Bad) geeignet, lassen sich leicht schwimmend verlegen, häufiger abschleifen, sind damit langlebiger, und sie sind nicht unbedingt teurer als Fertigparkett.
Auch wenn das vorhandene Parkett für die starke Nutzung nicht genug Widerstandskraft aufweist, ist es sinnvoller den Holzboden zu ölen als zu versiegeln. Denn die dünne Lackschicht hält dem Nachgeben des weichen Holzes nicht stand und bricht relativ schnell wieder. Ist ein solcher Boden hingegen geölt, kann er durch häufigeres Nachölen besser vor Verschmutzung und Wasser geschützt und länger erhalten werden.
Wer einen Holzboden aus Fertigparkett renovieren möchte, sollte sich grundsätzlich gegen eine Versiegelung entscheiden, denn jede parzielle Beschädigung des Lacks zieht ein Abschleifen des kompletten Bodens nach sich, was die Lebensdauer des Parketts verkürzt.

