Handwerker-Tipps
Handwerker-Tipps
Auf dieser Seite habe ich für Sie die wichtigsten Handwerker-Tipps zusammengestellt, sodass Sie problemlos Ihre Dielen selbst verlegen und die gewünschte Oberfläche erstellen können.
Sie finden zu jedem Thema neben den wichtigsten Informationen eine Video-Anleitung und ein Dokument zum Ausdrucken mit allen Detailinformationen, das Sie sich mit auf die Baustelle nehmen können.
Die Darstellungen auf dieser Seite geben nur einen groben Überblick. Für die genaue Vorgehensweise empfehle ich Ihnen, die entsprechende Anleitung genau durchzulesen.
Untergrundvorbereitung
Die Untergrundvorbereitung ist das A und O für die Verlegung. Der Oberboden kann immer nur so gut sein, wie der Untergrund. Daher ist es zwingend erforderlich, dass Sie alle Unebenheiten des Estrichs durch Spachteln oder Fräsen auf eine Toleranz von +/- 2 mm auf 1500 mm ausgleichen.
Vor Verlegung gehen Sie mit einer 1,50 m langen Scheine oder einem geraden Brett (es soll nicht pauschal länger oder kürzer sein) parallel zur angestrebten Dielneverlaufsrichtung über den Estrich, und markieren sich die ungefähren zu großen Höhendifferenzen auf dem Boden. Sind die zu spachtelnden Flächen über 50% der Gesamtfläche, empfehle ich, die gesamte Fläche zu spachteln.
Vor dem Spachteln wird grundiert. Nicht grundieren ist ein häufiger Fehler, und nimmt der Spachtelmasse die selbstverlaufende Viskosität.
Spachteln Sie einzelne Kuhlen, setzen Sie die Schiene am Kuhlenrand an und kippen vor der Schiene die ungefähre Spachtelmassenmenge aus. Folgende beispielhafte Mengenrechnung für eine 2,5 m² große Kuhle, die 3 mm tief ist:
1,5 kg/m² und 1mm Höhe. Bedeutet hier 2,5 x 1,5 = 3,75 kg Spachtelmasse
In einer neu angemischten Mörtelwanne haben Sie 25 kg Spachtel und ca. 6,5 l Wasser. Das bedeutet, dass Sie etwa 1/7 der Mörtelwanne auskippen.
Naturnah Lagerholzkonstruktion
Wenn der Untergrund nicht für das Verlegen von Holzdielen geeignet ist, bietet sich die Naturnah Lagerholzkonstruktion an.
Diese Konstruktion überbrückt rauhe, unebene und hindernisreiche Untergründe (Rohre, Leitungen, etc.) und kann sehr gut mit einer Fußbodenheizung kombiniert werden. Sie ist schnell und einfach zu bauen und verwendet so wenig Holz und so viel Dämmung (Isofloc) wie möglich. Damit ist sie die günstigste und effizienteste Form, diese Art von Untergründen zu überbauen und zu isolieren.
Die Naturnah Lagerholzkonstruktion empfiehlt sich ab einer Aufbauhöhe von 11 cm.
Türen kürzen
Türen werden nach Möglichkeit vor dem Verlegen des Fußbodens angerissen und gekürzt. Das Anreißen der Tür wird im geschlossenen, halb und ganz geöffneten Zustand ausgeführt.
Ist dieses nicht möglich, müssen Sie sich nach der Verlegung mit mehrfachem Absägen an die richtige Türlänge herantasten.
Basics der schwimmenden Verlegung von Massivholzdielen mit Klammern
Vier Grundsätze sollten Sie bei der Verlegung von Massivholzdielen mit Klammern beachten:
Grundsatz 1: Gerader Untergrund
Das A und O ist ein gerader Untergrund. Dieser muss nicht glatt, sondern darf auch sehr rauh sein. Gerade bedeutet +/- 2 mm auf 150 cm Meßlänge, parallel zur später verlegten Diele gemessen.
Im UG und EG und auf neuer Fußbodenheizung empfehle ich immer, als erstes eine Folie zu verlegen.
Grundsatz 2: Druckfeste Unterlage
Sie sollte ausschließlich aus Wellpappe oder Rollkork bestehen.
Beide Unterlagen sind punktuell druckfest, sodass die Klammer beim Einrasten in die Dielenrückseite sich nicht in einen weichen Untergrund verdrücken kann.
Ist eine bessere Isolierung gewünscht, können die Dielen auch auf Holzfaserplatten verlegt werden. In diesem Fall sollte mit einem Verlegeblech begleitet werden, das z.B. bei Naturnah gemietet werden kann.
Holzweichfaserplatten sind punktuell nicht druckfest genug und müssen mit einer Hartfaserplatte belegt werden.
Es kann auf jedem Untergrund, Aufbausystem oder jeder Fußbodenheizung verlegt werden, solange der Untergrund gerade und punktuell druckfest ist.
Grundsatz 3: Ausreichend Quellraum
Je breiter der Boden ist, desto größer muss der Abstand des Holzes zur Wand sein. Das Holz quillt im EG 7 mm/pro m Verlegebreite und im OG 5 mm. Ist der Boden z.B. 6 m breit, quillt er im EG 42 mm, also 21 mm zu jeder Seite. Die Fuge an der Wand sollte beim Verlegen in unserem Beispiel mindestens 22 mm sein, und die Fußleiste muss 24 mm abdecken.
Wer mit Quellreserve ( Niederschlag durch offene Terrassentür, auslaufende Geschirrspülmaschine, ect.) arbeiten möchte sollte mehr Luft einbauen.
Hierfür gibt es Quellbretter und Deckleisten, die in verschiedener Art verwendet werden.
Grundsatz 4: Möbelgewichte
Große Einrichtungsgewichte von mehrfach über 200 kg punktuellem Gewicht, beeinflussen die Dielenfläche, wenn diese im Winter bei bei geringeren Luftfeuchte anfängt sich zusammenzuziehen.
Bitte besprechen Sie mit mir ggfs. Ihre Einrichtung
Anleitung Video Kurzvideo ÜbersichtVerdeckt durch die Feder verschrauben
Verdeckt durch die Feder geschraubt wird auf allen Holzuntergründen (Span- oder OSB-Platten, alte oder neue Dielen, Lattung oder Kanthölzer, Deckenbalken, Lattungen, die in FBH-Systeme eingebettet sind)
Die Minimalaufbauhöhe beim Verschrauben, mit der flachsten Unterkonstruktion, ist mit der Dielung (20 mm) insgesamt 42 mm hoch. Zwischen die 20 mm Lattung können Holzfaserdämmplatten verlegt werden. Zur Entkoppelung legen Sie unter die Lattung einen 2 mm dicken Rollkorkstreifen.
Beim Verlegen von Dielen auf vorhandene Dielen kann nur dann parallel zu den vorhandenen Dielen gelegt werden, wenn diese absolut planeben – also nicht wellig in der Oberfläche – liegen. Anderenfalls verlegen Sie die neue Diele um 90° gedreht zur vorandenen Diele.
Die Feder ist das seitlich herausstehende Stück, an dessen Oberkante im 45°Winkel eine Fräskopfschraube in der Regel ohne vorzubohren in den Untergrund verschraubt wird. Dabei wird der Schraubenkopf leicht in der Oberfläche der Brettkante und Oberwange Feder vesenkt, sodass die Nut der nächsten Diele leichtgängig über die Feder geschoben werden kann. Platzieren Sie ca. alle 50 cm eine Schraube. Mögliche Fugen lassen sich vermindern oder beseitigen, indem Sie ein Stecheisen neben der Schraube in das Lagerholz oder den Deckenbalken eingeschlagen und dann gegen die Diele drücken. Hierfür muss jedoch die Fräskopfschraube genau im rechten Winkel zur Diele verschraubt sein.
Die erste und letzte Dielenreihe wird zusätzlich parallel in Fußleistennähe von außen sichtbar verschraubt. Diese Schrauben können mit Spachtel abgedeckt werden.
Ölen
Das Ölen eines Holzbodens ist nicht schwierig. Sie benötigen dazu das gewünschte Öl, eine kurzfloorige Farbrolle ggf. mit Teleskopstange zum Auftragen im Stehen, eine Farbwanne und Baumwolllappen zum Auf- und Abtragen. Alte T-Shirts eignen sich dafür besonders gut. Wenn die Fläche 50 m² übersteigt, sollten Sie an eine Bohnermaschine für Auf- und Abtrag denken. Die entsprechenden Artikel finden Sie in auch meinem Shop.
Beginnen Sie an der Stelle im Raum, die am weitesten von der Tür entfernt ist. Tragen Sie das Öl mit Ölrolle oder Bohnermaschine auf. Lassen Sie das Öl ca. 20 Min. einwirken, und wischen Sie dann das überschüssige Öl mit einem Baumwolllappen oder der Bohnermaschine wieder ab. Verfahren Sie so, bis der komplette Raum einmal geölt ist. Achten Sie darauf, dass die zu behandelnde Fläche nicht zu groß ist, sodass die Einwirkzeit von 10 Minuten nicht zu weit überschritten wird, da sich das überschüssige Öl sonst ggf. nicht mehr gut abwischen lässt.
Grundsätzlich wird jede Diele zweimal geölt. Wenn Sie Ihr Holz von mir ölen lassen, müssen Sie es nach der Verlegung nur noch einmal ölen. Ansonsten wiederholen Sie das Ölen an einem der folgenden Tage, um Ihr Holz ausreichend zu schützen.
Bereits nach 30 Min. ist der Boden trocken. Sie können ihn am Folgetag mit Strümpfen begehen. Richtig ausgehärtet und voll belastbar ist der Boden nach ca. 14 Tagen.
Die Farben Natur und 50/50 lassen sich auf diese Weise gut verarbeiten. Sollten Sie einen weiß geölten Boden planen, empfehle ich Ihnen, das Öl von mir auftragen zu lassen. Denn beim Ölauftrag in der Fläche bleiben viele Pigmente in der Fasefuge zurück, sodass die Fugen dann als „weiße Striche“ ins Auge fallen.
Verseifen
Das Verseifen ist die einfachste Möglichkeit, Ihren Boden zu schützen, denn das Reinigungsmittel dient gleichzeit zur Erstellung der Oberfläche und wird genauso verwendet wie bei der Reinigung.
Wenn Sie Ihren rohen Holzboden zum ersten Mal verseifen, mischen Sie z.B. Ölseife von FAXE im Verhältnis 1:5 mit Wasser. Wischen Sie entsprechend der Anleitung für das Wischen Ihren gesaugten Holzboden. Lassen Sie den Boden trocknen. Bei der ersten Verseifung stellen sich aus dem Holz einmalig kleine Holzfasern auf. Dieses reiben Sie mit einem schwarzen Pad ab.
Danach verseifen Sie den Boden noch 3 mal. Hier ist keine Bearbeitung mit dem Pad mehr nötig.
Wachsen
Das Wachsen bietet den besten Schutz für Ihre Dielen. Der Auftrag besteht aus zwei Schritten.
- Im ersten Schritt wird das Holz einmal geölt, wie es bei dem Tipp Ölen beschrieben ist.
- Im zweiten Schritt wird das KREIDEZEIT Hartwachs mit einer Bohnermaschine und weißem Pad dünn auf dem Boden verteilt und aufpoliert.
- Alterativ dazu kann das Holz auch mit Hartwachsöl z.B. von KREIDEZEIT behandelt werden. Allerdings dringt dieses Öl nicht so tief in das Holz ein, und es bildet keine so dicke Wachsschicht wie Hartwachs.
- Schließlich sollte nach 4 Wochen z.B. Carmaubawachsemulsion von KREIDEZEIT als Pflegeschicht aufgetragen werden. Reinigen Sie den Boden vorab z.B. mit Marseiller Seife von KREIDEZEIT. Mischen Sie dann das Konzentrat im Verhältnis 1:10 in Wasser, und wischen Sie damit den Boden.
Hinweis: Bei der Pflege des gewachsten Bodens geht es weniger um den Schutz des Holzes als viel mehr um den Erhalt einer streifenfreien Optik, da die Wachsschicht durch den Alltagsgebrauch unansehnlich wird.
Laugen
Das Holz muss fein geschliffen, sauber und trocken sein. Tragen Sie bei der Arbeit geeignete Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille. Tragen Sie die Lauge mit einem Nylonpinsel oder Fellwischer unverdünnt in Faserrichtung des Holzes gleichmäßig auf. Gleichen Sie Überlappungen aus, solange das Holz feucht ist. Für eine besonders intensive Wirkung können Sie nach der Trocknung nochmals laugen.
Entfernen Sie nach der Trocknung den kreidigen Belag mit einem Schleifpad oder feinem Schleifgitter, und glätten Sie das Holz.
Da die Lauge das Holz nicht schützt, muss es im Anschluss geölt oder geseift werden, wobei weiß pigmentierte Produkte wie FAXE Ölseife weiß oder FAXE Holzbodenöl weiß zu bevorzugen sind.
Räuchern
Das Räuchern bleibt den gerbsäurehaltigen Hölzern wie Eiche und Robinie vorbehalten. Keineswegs wird mit Flamme oder Rauch gearbeitet.
In einer geschlossenen Kammer wird das Holz mit Salmiakgeist vergast. Dieser reagiert mit der Gerbsäure im Holz, und das Holz wird braun.
Empfindliche Nasen können den Salmiakgeist anfänglich noch riechen, denn es wird Essigsäure ausgegast. Üblicherweise verfliegt der Geruch nach einiger Zeit und ist dann kein Problem mehr.
Wer selbst Hand anlegen möchte sollte die Arbeiten in einer Garage vor dem Verlegen umsetzen. Es ist aber in jeder Hinsicht Vorsicht geboten.
Das geräucherte Holz benötigt eine schützende Oberfläche durch Öl oder Seife und ist bis zur weiteren Verarbeitung reibeempfindlich. Wer selbst ölen möchte, kann sich die geräucherten Bretter liefern lassen, muss aber sehr vorsichtig in der Verarbeitung sein.

